Archive for August, 2007

Unsichtbare Gastgeberin

Gestern waren meine deutsche Kollegin Bettina und ich bei unserem Freund Ibrahim zum Essen eingeladen. In Deutschland wäre diese Geschichte keinen Tastendruck wert, aber Ibrahims Familie lebt nach alter Sitte, und irgendwie hat es mit Traditionen zu tun, warum ich hier noch nie von einer Familie eingeladen wurde. Um so mehr war ich über die Einladung erfreut. Ibrahim selbst ist übrigens nicht religiös, und mit 25 Jahren immer noch nicht verheiratet, zum Leidwesen seiner Eltern.

Ibrahim meldete seiner Familie unser Kommen, während wir vor der Tür warteten – ich durfte seine Mutter und Schwestern nicht sehen. Sie verließen das Gästezimmer, bevor ich es betrat (auch nach dem Essen musste jedes Mal der Weg für mich freigemacht werden, wenn ich zum Bad wollte). Mehr lesen

No comments

Herr Professor Faller

Mein Kollege Wael und ich waren eingeladen, die Arbeiten einer Grafikdesignklasse (4. Studienjahr) zu begutachten und mit den Studenten zu besprechen. In der Uni angekommen, begrüßten uns die beiden Professorinnen und baten alsbald die Studenten, ihre Werke vorzustellen. Einer nach dem Anderen präsentierte uns also das Ergebnis dreiwöchiger Arbeit. Gefordert waren Logo und Produktname sowie zwei Anzeigenplakate für ein Haarfärbemittel, eine Produktverpackung, ein Magazincover für das Haarfärbemittel (habe bis jetzt nicht verstanden, welchen Sinn es hat, ein Magazin für ein Haarfärbemittel zu verkaufen) sowie zwei “Icons” für Mann und Frau (für mich ohne erkennbaren Zusammenhang zum Produkt). Anforderung an die Studenten war außerdem, sieben (Haar)Farben zu benutzen (nicht mehr, und leider auch nicht weniger) sowie das Plakat im DIN A3-Format zu gestalten. Das Produkt sollte für Mann und Frau gleichermaßen attraktiv sein – keine einfache Aufgabe.

pu1.jpgpu3.jpgpu5.jpgpu4.jpgpu6.jpgpu2.jpg

Die erste Studentin nannte ihr Haarfärbemittel “Aseel”. Logisch, denn die Studentin trug den gleichen Namen, und verriet uns auch gleich, warum der Name deshalb zu besagtem Produkt passe: “It is a beautiful name”. Mein Kollege und ich waren die einzigen, die darüber schmunzelten – die anderen Studenten waren nämlich mit anderen, wichtigeren Dingen beschäftigt Mehr lesen

1 comment

Erst Rem, dann Rayan

Vor einigen Wochen präsentierte Rem Koolhaas einige seiner Arbeiten in Amman, und gestern hörte ich 90 Minuten Rayan Abdullah zu (für meine Nicht-Designer-Freunde: Er stutzte vor einem Jahrzehnt unserem Bundesadler die Flügel). Rem lobte den Umgang mit Architektur in meiner Heimatstadt Berlin, also war er mir sympathisch. Was Rayan von Berlin hält, weiß ich nicht, da er 90 Minuten auf arabisch sprach (es ging um Corporate Architecture). Heute schaute er bei uns im Büro vorbei und empfahl uns sein Buch über Piktogramme.

abdullah.jpg

No comments