Archive for Oktober, 2007

Wenn schon nicht durch Können, dann wenigstens mit Glück

Nachdem ich heute erfuhr, dass ich beim Nachwuchswettbewerb des ADC (Art Directors Club) Deutschland mit meiner Diplomarbeit nicht zum Student des Jahres gewählt wurde (ja, ich kann es auch nicht glauben), gab es trotzdem noch Grund zum Jubeln.

Die TYPO Berlin ist eine Designkonferenz. Wie der Name schon sagt, geht es hauptsächlich um Typografie (für meine Nicht-Designer-Freunde: Das hat mit Punzen, Ligaturen und Hurenkindern zu tun). Sie findet jährlich in Berlin statt. Wöchentlich kann man bis Dezember eine Eintrittskarte gewinnen. Und ich habe heute eine eben solche gewonnen.

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Um zu gewinnen, musste ich lediglich diese Tüte basteln, mich fotografieren lassen, das Foto auf den Typoblog hochladen und auf mein Glück vertrauen. Zu sehen sind das Minarett der großen Moschee in Downtown Amman und ein Mensch mit einer übergestülpten Tüte. Das bin ich.

Für eine Eintrittskarte im Wert von 645 Euro werde ich selbst die Kartoffelsuppe mit Vergnügen schlürfen (mein Chef hat die Verköstigung auf der letzten Typo in recht fader Erinnerung). Auf zur Typo im Mai 2008!

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Offenes Wort an die NPD

Ein Beispiel für den klugen und selbstbewussten Umgang mit der NPD ist dieser Brief des Holliday Inn Dresden an die sächsische NPD-Landtagsfraktion. Hut ab!

Dresden, 18. Oktober 2007

Ihre Zimmerreservierung im Holiday Inn Dresden

Sehr geehrter Herr Apfel,
sehr geehrter Herr Delle,

wir erhielten heute Ihre über www.hotel.de getätigte Reservierung für den 7.
November 2007 und sind einigermassen erstaunt, dass Sie ausgerechnet ein
amerikanisches Hotelunternehmen mit ausländisch klingendem Namen bevorzugen.

Da Sie in unserem Hause nicht willkommen sind und ich es auch meinen
Mitarbeitern nicht zumuten kann, Sie zu begrüssen und zu bedienen, haben wir
hotel.de gebeten, die Buchung zu stornieren.

Sollte dies aus vertraglichen Gründen nicht möglich sein, darf ich Sie
darauf hinweisen, dass ich sämtliche in unserem Hause durch Sie getätigten
Umsätze unmittelbar als Spende an die Dresdner Synagoge weiterleiten werde.
Betrachten Sie dies als kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung für die
Schäden, die Ihre damaligen Gesinnungsgenossen der Synagoge und vor allem
ihren früheren Besuchern zugefügt haben.

Eine Kopie dieses Schreibens leiten wir an die Dresdner Presse weiter.

In der Hoffung, daß Sie eine zu Ihnen passende Unterkunft finden und uns Ihr
Besuch erspart bleibt verbleiben wir

mit freundlichen Grüssen
MACRANDER HOTELS GmbH & Co. KG

Johannes H. Lohmeyer
Geschäftsführer

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A new pet!

We’ve had an innumerable number of pets coming and going in the last months. First, my flatmate’s cat was stolen. Then a homeless cat family started to like us, or rather the food we give them. In addition, we were honoured to provide accomodation for armies of ants, some cockroaches, and a rat (while my mother was here, but she fortunately never found out).

And this morning I found this one in our garden:turtle.jpg

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Monocles Logo: Schwarzwälder Präzision

Gut 10 Jahre nach der Erstausgabe von Wallpaper erschien im Februar 2007 Tyler Brulés neues Magazin Monocle. Auf Monocles Website wird die inhaltliche Richtung beschrieben: “Monocle is a global briefing covering international affairs, business, culture and design.” Der Leser erwartet selbstverständlich ein außerordentlich gestaltetes Magazin, und bekommt es auch.


Logo des Magazins Monocle
monocle2.jpg


Kürzlich zeigte mir jedoch ein Kollege das Foto der Verpackung seines Rasierapparates. Auf der Verpackung ist das Logo des Herstellers Moser zu sehen, zusammen mit dem Slogan Schwarzwälder Präzision (Made in Germany hat hier in Jordanien einen hohen Stellenwert). Man braucht kein Monokel, um die Ähnlichkeit mit dem Logo des so benannten Magazins zu erkennen.

Logo des Elektrogeräteherstellers
Moser

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Mosers Logo ist beim Deutschen Markenamt registriert, natürlich nicht für Zeitschriften, sondern für verschiedene Elektrogeräte. Markenrechtlich gibt’s keine Probleme. Vermutlich weiß Tyler Brulé bis heute nichts von der Ähnlichkeit, die vielleicht doch nicht so verblüffend ist. Die Idee, die Buchstaben M und O in dieser Weise zu verbinden, ist eben doch nicht originell genug.

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Another trip to Wadi Rum

This time it was my mum who visited me, so I went to Wadi Rum for the second time within two weeks to let her experience Jordan’s most amazing scenary.

This time we stayed in Aodeh’s bedouin camp. I can highly recommend it! It is as beautifully situated as Sunset camp (where I stayed a fortnight ago), clean, and cheaper than Sunset camp. The bedouins who run the camp are easygoing and talkative. Also the food is great.

Next morning we went on a jeep tour. I was happy to see more of Wadi Rum, and was once again fascinated by its diverse landscape. The trip was more worthwile than the one offered by Sunset camp: this time we were taken on a 5-hour-tour (compared to a promised 5-hour-tour which in the end took only 3 hours). Also the guide was really cool. See some more pictures:

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A typical discussion about the Palestinian-Israeli conflict

When I am involved in a discussion with Palestinians about politics, it usually follows this pattern:

It starts in a calm atmosphere. Opinions are expressed openly. When different views become apparent, the discussion heats up. At the end we assure that we still like each other and that exchanging different opinions is useful.

The debate I had yesterday with a few friends followed exactly that pattern. The topics we discussed were the following:
1) Arabs and their role in the Palestinian-Israeli conflict,
2) The role of America,
3) The role of Europe,
4) The role of the UN,
5) The role of Iran,
6) The Iraq war,
7) The influence of jews on a global scale.
Also the content is kind of typical for political discussions I am involved in.

Let’s have a closer look at the opinions that were expressed.

Europeans know much less about the arab world than the other way round
That was expressed in several discussions, and also yesterday one of my palestinian friends came up with that.

Is it really so? First of all, I have to admit that I simply don’t know if it is Europeans or Arabs who know less. How do you want to measure that? I do though believe that on both sides there is little understanding. There is definitely a lack of communication between Europeans and Arabs. Mehr lesen

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Klettertour durchs Wadi Mujib

Es ist schon zwei Monate her, aber ich bekam die Fotos erst gestern (vielen Dank an Anna und Magnus, dass sie das Leben ihrer Fotoapparate riskierten).

Das Wadi (=Tal) Mujib liegt südwestlich von Amman und führt zum Toten Meer hinab. Für alle Outdoorfreaks ein Muss. Der bis zu 200 Meter hohe und nur wenige Meter breite Canyon führt im Sommer wenig Wasser und kann durchwatet werden. Ein Führer sollte unbedingt dabei sein – eine Woche nach unserer Wanderung starb eine Touristin, als sie ohne Führer den 20 Meter hohen Wasserfall hinabkletterte.


Nach überstandenem Abseilen
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1. Eingang zum Canyon 2. kleine Menschen vor steilen Felswänden 3. unser Führer 4. beim Abseilen 5. Felsbrocken
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Was im Ramadan anders war

Als ich heute morgen gegen halbsechs schlafen ging, ertönten aus den Lautsprechern der Moschee die Stimmen meiner muslimischen Nachbarn. Der Fastenmonat Ramadan wurde offiziell beendet, und die anschließenden Feiertage eingeleitet.

Noch nie dauerte das Gebet so lange. Zig Muslime priesen gemeinsam Mohammad und Allah. Unzählige Male wurde der Name des Propheten in einer Art Sprechgesang wiederholt. Der Chor begann ruhig und steigerte sich im Verlauf des Gebets zu einer Ekstase, die uns Europäern befremdlich vorkommt. Dieses sich Hineinsteigern befremdet uns nicht nur, es mag auch bei Einigen Angst auslösen. Ich bin jedoch an die täglichen, religiösen Rituale gewöhnt. Sie jagen mir keine Angst ein, verwundern mich nicht (mehr).

Wir kennen gemeinschaftliches Sprechen aus der Schule oder vom Militär. Beides ist durch Gehorsam bedingt, nicht durch bedingungslosen Glauben an eine Religion.

Glaube kontra Ratio
Ich habe mit Beiden so meine Probleme, mit unbedingtem Gehorsam und bedingungslosem Glauben. Wenn ich an etwas glaube, dann an den Verstand, und der wird in beiden Fällen ausgeschaltet. Ein gläubiger Muslim (oder Christ oder Jude) denkt ab einem bestimmten Punkt nicht mehr, sondern gehorcht Regeln und Überlieferungen – ohne sie zu hinterfragen. Das hat Glauben im religiösen Sinne so an sich. Rationale Argumentation stößt daher bei manchen Diskussionen über Religion an die Grenzen der Religiosität. Glaube macht blind, wenn auch nicht immer und überall.

Wie wenn in Deutschland die Nationalmannschaft spielt
Das heutige Gebet dauerte also außergewöhnlich lange und war lauter, intensiver als üblich. Was war sonst noch anders? Auf der Arbeit waren meine fastenden Kollegen genau so umgänglich wie sonst auch. Lediglich die Bürozeiten waren anders. Und die Straßen zum Zeitpunkt des abendlichen Iftar ausgestorben. So wie wenn bei uns zu Hause Deutschland gegen Brasilien spielt, und Halbdeutschland vor der Glotze hockt.

Ein weiteres sichtbares Zeichen für den Ramadan waren Halbmonde und Sterne in den Fenstern einiger Häuser, vergleichbar mit unserer Weihnachtsbeleuchtung. Und die christlichen Supermärkte bekunden ihren Respekt vor dem islamischen Glauben, indem sie während der vierwöchigen Fastenzeit keine Alkoholika verkaufen.

Zwei Tage vor Beendigung der Fastenzeit lud uns unser Chef gemeinsam zum Iftar ins Mariott Hotel. Ein weiteres Merkmal des Iftar: gemeinsames Abendessen im Kreise der Familie.

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Amman unter einer Wolke aus Sand

Selten kommt es vor, dass Winde aus dem Süden Sand mit sich bringen. Dann ist die Sonne kaum zu sehen, blauer Himmel und ein paar Kilometer entfernte Hügel erst recht nicht. Heute ist so ein Tag. Der Himmel ist gelblich-blass, und Amman in ein wundersames Licht getaucht. Hier der Blick vom Dach unseres Hauses:

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Trip to Mars

After a 90-minutes-drive we reached Wadi Rum, Jordan’s largest valley in the south of the country. The name has nothing to do with the alcoholic drink, of course. One of its visitors was british soldier T. E. Lawrence some 90 years ago.

I was relieved to arrive safely, as the road through the mountains and the Desert Highway down to the gulf of Aqaba aren’t lit. The dark asphalt adds to the poor visibility, and so we nearly crashed into a broken truck that blocked the left lane of the highway.

In Wadi Rum village we met Mohammed, one of the beduins who offer camping and guided tours through Wadi Rum. We left our car there – impossible to drive with a usual car on desert sand. We put our stuff into a 4-wheel offroad vehicle and headed off to the Sunset Camp, where we stayed overnight.

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So quiet, so unbelievably calm
The next morning I woke up early. Even the bedouins were still asleep. I left the tent. The most striking thing was the quietness. I have never before heard nothing at all. As if no one were there. Not even a tiny insect. Not even a breeze. Nothing. In the sand I could see traces of animals that had passed through the camp while we were sleeping. The view was spectacular: the red sand desert abruptly turned into jagged mountains and vice versa.

Two hours later we sat in the offroad vehicle again. Our driver, the 17-year-old son of Mohammed-the-beduin, showed us several different rocks and rock arches. Instead of using a key he simply connected some cables every time he wanted to ignite the motor. Pretty cool.

A too civilized beduin
Later on he stopped. “I will show you how to make fire”, he said. Wow, what a wicked idea. I had never seen before how someone made a fire using only stones or sticks (or both). These beduins are tough guys who have learned how to survive under adverse conditions, unlike us sissy townies, I thought. He asked us to help him collecting wood for the fire. We stacked all the branches we could find and waited for him to begin with his performance.

He sat down, took a matchbox out off his pocket, lit a match, and set fire to the dry wood. That was it. Incredulously I looked at my father. This is how the beduins do it today? Fuck civilization, I thought. Even these guys are becoming sissies like us.

That same day at 5 o’clock we arrived in Amman. Tired, and overwhelmed by the many different impressions of the past three days.


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